Presse zu Benefiz für Afrika ,,grandioses Event”

Kölnische Rundschau 19.10.2014 co Johannes Mager

& Kölner Stadtanzeiger von Carolin Bietzker

 Benefizkonzert für Afrika In ein kleines Dorf in Tansania verliebt

Rund 1000 „Entwicklungshelfer“ waren in die Heinz-Gerlach-Halle gekommen zu einem in vielerlei Hinsicht besonderen Konzert. Denn außerhalb von Karnevalssitzungen kommen selten so viele bekannte Kölner Musiker auf einer Bühne zusammen. Und das ohne Gage. 
Von Johannes Mager
Bad Münstereifel.

„Sie sind schlicht durch den Kauf einer Eintrittskarte zu Entwicklungshelfern geworden“, stellte der Bad Münstereifeler Autor Werner Biermann fest. Rund 1000 „Entwicklungshelfer“ waren in die Heinz-Gerlach-Halle gekommen zu einem in vielerlei Hinsicht besonderen Konzert. Denn außerhalb von Karnevalssitzungen kommen selten so viele bekannte Kölner Musiker auf einer Bühne zusammen. Und das ohne Gage.

 

 

 

Sie alle wollten eine Frau unterstützen, die sich verliebt hat. „Sie hat sich nicht in einen Menschen verliebt. Sie hat ihr Herz verloren an die Menschen in einem kleinen Dorf in Tansania“, erzählte Biermann: „Diese Liebe hat ihr Leben auf den Kopf gestellt.“

 Vor vielen Jahren besuchte die Bad Münstereifeler Architektin Lilo Langen Ostafrika als Touristin. Sie war fasziniert von den Nationalparks. Doch sie merkte, dass das Leben außerhalb der Parks völlig anders aussieht. Sie stieß auf den Ort Arusha, erkundete das Leben der Einheimischen und wusste: Hier muss ich helfen. „Man sah die dicken Bäuche der Kinder. Die Frauen mussten zwölf Kilometer zum nächsten Brunnen gehen“, berichtete sie auf der Bühne. Besonders hoch sei die Kindersterblichkeit. Die Hälfte der Kinder werde nicht älter als fünf Jahre.

Zunächst schickte Lilo Langen einen Container mit Hilfsgütern wie Fahrrädern, Kleidung und Nähmaschinen. „Die Kleidung, die ich anhabe, hat eine der Näherinnen gemacht“, erklärte sie. Mit einigen Mitstreitern gründete sie den Verein „Upendo Tansania“. Mittlerweile hat der Verein Brunnen gebaut und einen Klassenraum eingerichtet. Derzeit versucht er, den Bau einer Krankenstation zu stemmen. „Wir wünschen uns eine nachhaltige Krankenstation“, so Langen. Aus dem Verkauf von Eiern einer angegliederten Hühnerfarm soll sie betrieben werden. Bereits dreimal hat der Verein Benefizkonzerte veranstaltet, allerdings in kleinerem Rahmen.

Diesmal bat Lilo Langen ihren Nachbarn, den Höhner-Bassist Hannes Schöner, um Hilfe. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Jens Streifling fragten sie in der Kölner Musikszene nach Unterstützung. „Es ist unfassbar, wie groß die Bereitschaft ist“, freute sich Schöner. Mit Karl Brück, der sich auch um die „Schöner*Streifling“-Konzerte kümmert, hatten sie schnell einen erfahrenen Veranstalter mit im Boot.Das „Konzert für Afrika“ selbst bot einen großen Spannungsbogen von lauten Partykrachern bis hin zu afrikanischen Rhythmen. Letztere hatte die Trommlergruppe „Mama Afrika“ mitgebracht. Die vier Musiker erfüllten die Halle mit einem Trommelgewitter und animierten das anfangs noch etwas steife Publikum zum Mitmachen.Gemeinsam mit Hannes Schöner und Jens Streifling sowie deren Band bestehend aus Hermann Heuser (Gitarre), Simon Bay (Tasten), Matthias Keul (Tasten, Slideguitar), Wolf Simon (Schlagzeug) und den Backgroundsängerinnen Steffi Steglich, Charlotte Klauser und Natalie Noll stimmte die Gruppe das Motto des Abends an: „Kumm loss mer fiere“.Unterstützung gab es von „Querbeat“, die später selbst eine mitreißende Show boten. „Stonn op un danz“ ließ sich das Publikum von der bunten Kapelle bei deren Auftritt nicht zweimal sagen. Die „Kasalla“-Mitglieder Bastian Campmann und Rene „Ena“ Schwiers hatten ihre Songs „Marie“, „Immer noch do“ und „Fleisch un Blood“ mitgebracht. Viel Herzblut legte Frontmann Campmann in den Höhner-Song „Wenn jeiht d’r Himmel widder op?“, den er gemeinsam mit Hannes Schöner sang. Angekündigt waren auch Peter und Stephan Brings. Die Brüder aber hatten mit Harry Alfter, Kai Engel und Christian Blüm den Rest ihrer bekannten Band für den guten Zweck mitgebracht und starteten zur Freude des Publikums gleich mit dem Song „Eifel“. Passend zum Abend „mit afrikanischer Einlage“, wie Peter Brings betonte, nachdem Engel eine kurze Passage aus „The Lion sleeps tonight“ eingeflochten hatte. Klar, dass auch der „Kölsche Jung“ nicht fehlte.Zwischen den Gästen spielten Schöner, Streifling und Band immer wieder erprobte Songs aus den „Schöner*Streifling“-Konzerten. Zu „Alles verloore“ steuerte der Münstereifeler Trompeter Hans Peter Salentin ein Solo bei. Eine völlig andere Facette des Abends zeigte die Band anschließend mit einem tollen Fusion-Jazz-Stück, das Streifling am Saxofon und Salentin an der Trompete trugen.

co Martina Martens

 

 

 

 

 

 

 

Lange herausgezögert hatte Hannes Schöner die Ankündigung, dass Tommy Engel abgesagt hat. Er liege mit hohem Fieber im Bett und habe keine Stimme, so Schöner. Die Enttäuschung war dem Publikum anzumerken. Kurzfristig eingesprungen war mit Arno Steffen ein langjähriger Weggefährte Engels bei „LSE“. Er erklärte „Rallef“ musikalisch, er solle es „Sein lassen“. Zu Herzen ging der Song „Für et Häzz un jäjen d’r Kopp“. Unterstützung erhielt Lilo Langen auch aus nächster Nähe. Der Männerchor „Häzzblood“ aus der Mutscheid leistete ebenfalls seinen Beitrag zum Konzert. Auch die Familie von Hannes Schöner war dabei. Seine Schwester Wilma Overbeck war mit ihrem Kinderchor „Wilmas Pänz“ gekommen, Bruder Werner Schulte-Ontrop stand mit seinem Sohn Clemens auf der Bühne. „Ich bin sehr gerührt. Ich glaube, sowas hat Münstereifel noch nicht erlebt“, drückte Lilo Langen ihren Dank aus.

Kölner Stadtanzeiger von Carolin Bietzker

 

Mit von der Partie waren Lidia Dobrzhynets und Peter Brings.
Spaß und Rock mit ernstem Hintergrund: Bad Münstereifel erlebte einen Abend mit den Größen der Kölner Musikszene zugunsten des Afrika-Projektes von Lilo Langen.  Von Carolin Bietzker

Bad Münstereifel

Lilo Langen engagiert sich für die Menschen in Afrika. 2005 machte sie ihre erste Reise dorthin, verließ dabei auch einmal die Komfortzone der Nationalparks und wagte einen Blick auf das reale Leben der Bewohner. Die Bad Münstereifeler Architektin war berührt vom Elend, aber auch von der Offenheit und Herzlichkeit der Menschen. Weitere Reisen folgten, es entwickelten sich Freundschaften und schließlich gründete sie 2011 die Hilfsorganisation „Upendo Tansania“. „Upendo“ bedeutet Nächstenliebe. Davon hat die couragierte Frau viel zu geben. 2010 sammelte sie Geld für einen solarbetriebenen Brunnen, damit die Menschen sauberes Wasser und somit weniger Krankheitserreger zu sich nehmen konnten. Damals schon wurde sie von ihrem Nachbarn und „Höhner“-Mitglied Hannes Schöner mit einem Benefizkonzert unterstützt.

Das neueste Projekt ist ein kleines Krankenhaus in der mehr als 1400 Meter hoch gelegenen Kaffee-Region Arusha. Dort leben etwa 4000 Menschen, die von Krankheiten wie Masern, Diphterie, Malaria, Typhus und Aids massiv bedroht sind und vor Ort keine medizinische Versorgung haben. „Die Säuglingssterblichkeit ist hoch“, bedauert Lilo Langen. „Die Hälfte der Kinder wird nicht älter als fünf Jahre. 200 000 Euro sind erforderlich, um den Bau in einem hochzuziehen.“ Da lag die Idee, wieder ein Konzert zu veranstalten, nahe. Hannes Schöner, dem „Upendo Tansania“ ebenfalls sehr am Herzen liegt, trommelte ein Star-Aufgebot der Kölner-Musikszene zusammen und integrierte auch Bad Münstereifeler Musiker und sogar seine Familie in die Planung des Benefizkonzerts. Am Freitagabend war es dann so weit. Das Konzert für Afrika zog fast 1000 Zuhörer in die Heinz-Gerlach-Halle, die damit bis auf den letzten Platz gefüllt war. Viele Leute wollten helfen und wurden mit einem rund fünfstündigen Programm vortrefflich belohnt.

Im Vorraum der Halle gab es einen kleinen Basar mit Handarbeiten aus Tansania. Im Vorprogramm sangen „Wilmas Pänz“ unter der Leitung von Wilma Overbeck, der Schwester von Hannes Schöner. Auch Bruder Walter Schulte-Ontrop und sein Sohn Clemens stimmten das Publikum mit Gitarre und Gesang auf das Konzert ein. Rockigen Lokalpatriotismus pflegte der Männerchor „Häzzblood“.

Dann war die Bühne frei für Afrika. Viel Nebel und eine zunehmend spektakuläre Lightshow gaben dem bunt gemischten Konzert einen absolut professionellen und aufwendigen Rahmen. Keiner der vielen renommierten Künstler wurde für seinen Auftritt bezahlt, doch alle waren voll dabei, waren Feuer und Flamme für das Projekt, und auch Karl-Josef Brück, der Veranstalter, sorgte bis ins Detail für eine schöne Wohlfühl-Atmosphäre.

Gleich zu Anfang zeigte sich, dass Musik keine Landesgrenzen kennt. Munter musizierten die Künstler von „Mama Afrika“ gemeinsam mit Hannes Schöner und seinem Höhner-Kollegen Jens Streifling. Das Publikum ließ sich vom Temperament der Afrikaner gerne packen und tanzte zu den heißen Rhythmen. Rheinischer Frohsinn in Karnevals-Manier, musikalischer Klamauk der Gruppe „Querbeat“ und kölsche Rockmusik von und mit Peter Brings und seiner Band gaben einen schönen Querschnitt durch die Musikkultur der Domstadt. Vor rund drei Jahren holte die junge Band „Kasalla“ die Szene aus der Stagnation. Basti (Bastian Campmann) und Ena (Rene Schwiers) mischten am Freitagabend ebenfalls auf der Bühne mit. Einen jazzigen Charakter bekamen die Lieder, die der Bad Münstereifeler Hans-Peter Salentin auf seiner Trompete begleitete. Mit großem Jubel begrüßte das Publikum Arno Steffen, der für den erkrankten Thommy Engel eingesprungen und ein absolut gelungener Ersatz war.

Das Duo Jens Streifling und Hannes Schöner spielte mit einer Band in Top-Besetzung. Drummer Wolf Simon, Pianist und Lapsteel-Gitarrist Matthias Keul und Gitarrist Hermann Heuser begeisterten ebenso wie die Geigerin Lidia Dobrzhynets sowie Steffi Steglich, Charlie Klauser und Natalie Noll im Backgrund-Chor. Bis Mitternacht wurde getanzt und gefeiert, gelobt und gedankt. Kritische Töne zu Armut und Elend in der Kaffee-Region gab es nicht, keine erhobenen Zeigefinger, sondern einfach eine tolle Party mit hochkarätigen Musikern.

hp-salentin

Salentin, der im Alter von elf Jahren sich der Trompete zuwendete, studierte von 1981 bis 1986 Musik an der Musikhochschule Köln. Sein Lehrer waren u.a. Jon Eardley. Er spielte u.a. mit James Carter, Chick Corea, Bob Mintzer, John Scofield, Andrea Centazzo, Miroslav Vitouš und Charlie Mariano. Daneben wirkte er bei Produktionen von Phillip Boa, Rainhard Fendrich und Purple Schulz mit und trat fast 20 Jahre in der Hausband der Harald-Schmidt-Show auf. Bill Dobbins bezeichnete ihn als „einen der besten Trompeter der heutigen europäischen Szene“. Nach dem Jazz Podium (2008) hat er „sich zu einem bedeutenden Trompeter der europäischen Jazzscene entwickelt“. Das amerikanische Internetmagazin All about Jazz verglich seine Spielweise mit Miles Davis, Nils Petter Molvær und Markus Stockhausen. 2003 wurde er zum Professor an die Hochschule für Musik Würzburg berufen. Neben seiner Hochschullehrer- und Konzerttätigkeit ist er als Komponist tätig. Er komponierte auch Filmmusik und für Streichquartette. Mittlerweile hat er über 20 eigene Alben veröffentlicht. Auf seiner Webseite ist u.a. eine umfangreiche „Improvisationsschule“ (200 Seiten) zum freien Download bereitgestellt. Als Jazzmusiker ist er ein wahrer Echtzeitkomponist ( Real Time Composer ) und Melodienerfinder. Das erleichterte es ihm sowohl als Komponist (mittlerweile 20 CDs unter seinem Namen, Filmmusiken, Musik für Streichquartette), als auch als Produzent (Lounge Musik) seine Ideen zu verwirklichen. Das musikalische Spektrum seiner Produktionen ist weit gestreut. Es bewegt sich zwischen Mainstream, freien Improvisationen und Wave Music. Seine Trompetenschule bekam den Deutschen Musik Editions Preis (AMA-Verlag) und auf Salentins Homepage findet man ein Improvisationsschule zum kostenlosen Download. Seit 2010 betreibt Salentin das Label und den Verlag Dewey Records. Viele seiner Kompositionen sind auch für Big-Band arrangiert und seit 2015 ist er künstlerischer Leiter der Westphalien Big Band. Er war Yamaha Rec Artist (2003 bis 2010). Seit Juli 2010 ist Salentin Adams Artist und spielt ausschließlich Instrumente von Adams-Netherlands. Seine Konzert und Workshop Tätigkeiten führen ihn oft ins Ausland. Zu erwähnen wäre besonders : die Zusammenarbeit mit dem Frauen Chor von Gavoi-Sardinien, unter der Leitung von Mauro Lisei, die Cooperation mit Julia Sawicka-Pro Musica -Polen ( u.a. ,,Music of Sting'' mit Orchester ) und in jüngster Zeit das ,,International Jazz Project'' in der Ukraine mit Laura & Kristina Marti, unter Mithilfe von Jazz in Kiew, mit dem Salentin in Lviv, Kiew und Odessa konzertierte, das Projekt ,,Kazhargan's World '' , das Musiker aus der ganzen Welt ( New York, Russland, Deutschland, Frankreich ) zu einem CD Projekt zusammen geführt. Heute gibt es bereits 3 CD,s dieser Formation. Salentin,s Masterclasses sind ein sehr beeindruckendes Erlebnis, da er das Call und Response Prinzip in seinen Stunden verwirklicht und dies für alle ohne große Einführung umsetzbar ist. Sein großes musikalisches Spektrum und seine pädagogische Tätigkeit lassen dies zu einmaligen musikalischen Events werden.